Stanwell Pfeifen und Pfeifentabak

Stanwell

Wie so oft beginnt auch diese Geschichte eines Pfeifenmachers damit, dass Pfeifen nur schwer verfügbar oder einfach zu teuer waren. Bei Poul Nielsen sorgte der zweite Weltkrieg dafür, dass englische Pfeifen in Dänemark nicht mehr zu bekommen waren. Das brachte Poul dazu, Pfeifen aus Birkenholz zu bauen. Die Rohstoffe waren für ihn, als Manager von Kyringe, einem Hersteller für Holzprodukte aller Art, leicht verfügbar. Und so versuchte er sich an Pfeifen klassisch englischer Shapes. Als der Krieg dann endlich beendet war, konnte man wieder Bruyère bekommen und Nielsen versuchte nun, mit den Manufakturen Englands, dem damals großen Zentrum der Pfeifenherstellung, zu konkurrieren. Damit das klappte, musste Nielsen seine Pfeifen etwas mehr an das Englische rücken und beschloss, sie Stanwell zu nennen. Auch das heute berühmte Logo mit der Kutsche entstammt diesem Gedanken.

Die Geschäfte liefen sehr gut und die Firma Stanwell hatte die Möglichkeit, mit vielen der berühmten und gefragten Pfeifenmachern zusammen zu arbeiten. Besonders sticht hier Sixten Ivarsson heraus, der viele der heute bekannten typischen Stanwell-Shapes entwarf. 1969 wurde sogar die Stanwell-Fabrik nach Borup verlegt, um der Werkstatt von Ivarsson näher zu sein. Im Laufe der Jahre wurden Pfeifen von Stanwell immer beliebter und vor allem die Sandstrahlung hat schnell Berühmtheit erlangt. Dies ging so weit, dass bekannte Pfeifenmacher (von Ivarsson über Chronowitsch bis Winslow) ihre Pfeifen in Borup strahlen ließen. Natürlich ist das Nielsen nicht entgangen und er hat seinen Nutzen daraus gezogen. Alle Pfeifen, die bei Stanwell gestrahlt wurden, hat man eingehend betrachtet und analysiert, um sich von ihnen inspirieren zu lassen. Durch diese enge Zusammenarbeit und den Einsatz von Kopierfräsen war es Stanwell möglich, seine außergewöhnlichen und interessanten Pfeifen zum günstigen Preis anzubieten.

Nachdem eine Pfeife entworfen und in Handarbeit gefertigt ist, kann sie mit der Drehbank und der Kopierfräse beliebig oft reproduziert werden. Allerdings ist dies der einzige automatisierte Arbeitsschritt, denn alle weiteren Handgriffe sind genau das: Griffe von Hand. Insgesamt kommen so immerhin noch 120 Arbeitsschritte hinzu, die von Mitarbeitern manuell ausgeführt werden. Angefangen bei der Kontrolle der Rohlinge, über das Beizen bis hin zum abschließenden Wachsen und Polieren. In all diesen Schritten ist Stanwell die wohl effizienteste Pfeifenmanufaktur weltweit, was auch ein Grund für die attraktive Preisgestaltung ist. Anfang 2010 wurde die Produktion der Pfeifen nach Italien verlegt und so ein neues Kapitel in einer der erfolgreichsten Geschichten rund um die Pfeife begonnen.