Ashton

Ashton

Ein junger Mann, gerade 15, betritt das Büro der berühmtesten Pfeifenmanufaktur der Welt und unterschreibt einen Vertrag, um an der Drehbank zu arbeiten. Wie es überall ist, so beginnt auch dieser junge Mann nicht sofort mit seinem gewählten Beruf, sondern muss erstmal lernen und sich beweisen. Dass Lehrjahre keine Herrenjahre sind, wissen wir alle, und auch William Ashton-Taylor musste das schnell bemerken. Wochenlang fegte er Holzspäne und säuberte die Werkstatt. Er war als erster da und ging als letzter nach Hause. Und weil seine Kollegen nicht von ihrer Arbeit aufschauen konnten, war er außerdem Tea-Boy. Das war 1959 - für uns Pfeifenfreunde wohl ein sehr gutes Jahr, denn schnell lernten seine Kollegen William zu schätzen. Sie bemerkten seine unbändige Neugier und das Händchen für Pfeifen, das nun einmal unerlässlich ist. Pfeifenbauer waren damals eher Einzelgänger, jeder hatte seine eigenen Handgriffe entwickelt und teilte sie nur äußerst ungern mit den Kollegen, von einem jungen Mann mit Energie und Neugier ganz zu schweigen. Doch auch da hatte Bill Ashton Glück, denn Harry Saigrott, einer der erfahrensten Pfeifenbauer bei Dunhill, nahm sich ein Herz und begann das Talent in ihm zu fördern. Saigotts Spezialität waren das Formen von Mundstücken und das Anpassen an die Pfeife. Nachdem Bill unter Saigotts Anleitung bewiesen hatte, dass er den unbedingten Willen besaß und dazu noch das benötigte Talent, kamen nach und nach auch die anderen Pfeifenmacher und teilten ihre Geheimnisse mit ihm.

21 Jahre seines Lebens verbrachte Bill Ashton bei Dunhill, er lernte viel und wurde zu einer festen Größe. Aber 21 Jahre sind eine lange Zeit und William beschloss 1980, sich selbstständig zu machen. Von da an verließ keine Pfeife die Werkstatt, von der William Ashton nicht überzeugt war. Bill blieb sich und seinen Ansprüchen treu, nur beste Qualität wird ausgeliefert und das wissen Pfeifenliebhaber weltweit zu schätzen. Jedes Stück Holz, jeder Rohstoff, den man bei Ashton benötigte, wurde von Bill selber ausgesucht, und zwei mal im Jahr flog er nach Italien, um direkt vor Ort die Bruyererohlinge zu begutachten. Noch bis kurz vor seinem Tod, fertigte William Ashton einige der Pfeifen selber, und als er 2009 früh verstarb, übernahm sein langjähriger Lehrling Jimmy Craig die Manufaktur und führt bis heute die Tradition bester Qualität fort.